1. Einleitung

Das vorliegende Faktenblatt „Unternehmensnachfolge durch Frauen in Deutschland - Daten und Fakten“ beleuchtet ein nach wie vor drängendes volkswirtschaftliches Problem: (Familien-) Unternehmen, die zur Übernahme anstehen. Familienunternehmen sind mit 95 Prozent aller deutschen Unternehmen eine der tragenden Säulen der bundesdeutschen Wirtschaft. Sie erwirtschaften 41,5 Prozent der Umsätze und stellen 57,3 Prozent der Arbeitsplätze, wobei weniger als jedes zweite Unternehmen, das zur Übergabe bereit steht, innerfamiliär weitergegeben wird. Die erfolgreiche deutsche Ausprägung der (Familien-) Unternehmensstruktur läuft daher Gefahr, verloren zu gehen1 . Die Unternehmensnachfolge, der Neustart nach einer Generation unternehmerischen Handelns stellt damit eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und Unternehmerfamilien dar2 . Frauen spielen dabei als Unternehmensnachfolgerinnen, sei es im Rahmen einer familieninternen Nachfolge oder beim Unternehmensverkauf, bis heute eine untergeordnete Rolle und dies, obwohl Frauen bekanntermaßen beruflich sehr gut qualifiziert sind. Und es gibt keinerlei Belege dafür, dass Familienunternehmen, die von Frauen geleitet werden, ökonomisch weniger erfolgreich seien.3 Eine Erhöhung des Anteils an Nachfolgerinnen bietet damit die große Chance, den so genannten Übernahmestau zu entschärfen. Das vorliegende Faktenblatt zeigt wesentliche Erkenntnisse zum Spektrum der Unternehmensnachfolge auf und fokussiert dabei besonders die Situation von Frauen als (potenzielle) Unternehmensnachfolgerinnen. Allerdings kann hierbei kaum auf wissenschaftliche Studien oder empirische Forschungsergebnisse zur Unternehmensnachfolge durch Frauen zurück gegriffen werden. Die amtliche Statistik liefert bis heute keine konkreten Daten zu Unternehmensübernahmen durch Frauen. Bundesweite Untersuchungen, aber auch solche mit Branchenfokus (z.B. Dienstleistungen, in denen Frauen traditionell häufiger vertreten sind) sind spärlich.4 Nachfolgealternativen wie beispielsweise Management-Buy-In (MBI) oder Management-Buy-Out (MBO) werden nicht genderspezifisch betrachtet. Bislang konzentrieren sich Studien zudem auf einmalige, zeitpunktbezogene Befragungen, die für spezielle Fragestellungen konzipiert wurden. Das IfM Bonn erstellt dazu derzeit ein so genanntes Nachfolgepanel, das als Unternehmensbefragung in Zukunft genauere Ergebnisse zu dynamischen Prozessen im Nachfolgeprozess liefern wird.5 Gegenwärtig besteht daher noch großer Forschungsbedarf in vorliegendem Themenfeld, vor dessen Hintergrund die in diesem Faktenblatt vorgestellten Daten und Fakten gelesen werden sollten. 

 

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In Deutschland hat Mittelstandsforschung durchaus Tradition. Sie ist bislang jedoch nicht gleichermaßen interdisziplinär ausgerichtet wie in den angloamerikanischen Ländern. Das belegt ein Blick in die einschlägige Fachzeitschrift „Family Business Review“, die sich seit bald zwei Jahrzehnten nicht nur für die betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekte von Familienunternehmen, sondern auch für deren psychosoziale Dynamik interessiert, wozu auch Fragen nach der geschlechtsrollenspezifischen Prägung von Familienunternehmen gehören. So findet sich in dieser Fachzeitschrift bereits eine Reihe von Untersuchungen über Frauen in Familienunternehmen, insbesondere auch über Töchter in der Unternehmensnachfolge, die unserer Untersuchung verwandt sind. Im Unterschied dazu ist das Thema in Deutschland bislang kaum bearbeitet worden. 

 

Autoren: Professor Dr. Dr. Rolf Haubl, Diplomökonomin Dr. Bettina Daser (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Deutschland, 2006

Source: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Abteilung4/Pdf-Anlagen/studie-unternehmensnachfolge,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Demografiewandel, Konjunkturflaute und Kreditklemme bedrohen den Fortbestand zehntausender deutscher Unternehmen. Der Mittelstand sucht händeringend nach qualifizierten Fachkräften - für den Chefsessel.

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland stehen vor einem großen Umbruch. Rund ein Viertel von ihnen wird in den kommenden fünf Jahren in neue Hände übergehen. Auf Zehn-Jahres-Sicht steht sogar bei über der Hälfte der Mittelständler eine Unternehmensnachfolge an. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage, die GfK Enigma im Auftrag der DZ BANK unter 1000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland durchgeführt hat. Ob die Mittelständler allerdings einen geeigneten Nachfolger finden, ist unsicher. Denn immerhin 40 Prozent der Befragten glauben, es sei ein Problem, einen Kaufinteressenten für ihr Unternehmen zu finden. Und sogar noch etwas mehr befürchten, dass der Nachfolgekandidat nicht ausreichend qualifiziert ist. Über die Hälfte der Mittelständler machen sich zudem Sorgen um ihre Belegschaft im Falle einer Unternehmensnachfolge.

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In den kommenden zehn Jahren müssen mehr als ein Viertel der deutschen Familienbetriebe die eigene Nachfolge regeln. Das Demographie-Problem manifestiert sich. Viele Geschäftsführer sind jenseits der 50er, doch die Zahl der jungen Unternehmer ist rückläufig, wie auch die Zahl der jungen Mitarbeiter.

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Das Projekt bietet Micro-SMEs an:

  • Einen aktuellen Lagebericht im Bereich Familienunternehmen und Geschäftspraktiken

  • Einen Stundenplan und Übungsmaterial, das sich auf eine Fallstudie, in der Nachfolger mit praktischen Beispielen, Konzepten und Geschäftspraktiken lernten, bezieht.

  • Einen tragbaren Selbstbeurteilungsdienst (auf Android basierende App), welcher einen erfolgreiche Geschäftsübergabe unterstützt.

  • Eine Test-Phase mit 150 micro-SMEs in Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Spanien und in der Türkei.